Worx unterscheidet sich in einem Punkt von den meisten anderen Herstellern: Die Landroid-Reihe arbeitet mit besonders kleinen Klingen. Das hat Folgen für den Wechselrhythmus, für die Empfindlichkeit gegen Fremdkörper und dafür, was man beim Kauf beachten sollte.
Die Modellpalette reicht vom Landroid M500 und M700 für mittlere Flächen bis zur Vision-Reihe mit Kameranavigation. Der Wechselvorgang ist über alle Modelle hinweg vergleichbar, die Klingengröße unterscheidet sich je nach Baureihe.
Warum kleine Klingen anders altern
Landroid-Klingen sind flächenmäßig kleiner als die vieler Wettbewerber. Das bringt zwei Effekte mit sich, die sich gegenseitig aufheben können – oder eben nicht.
Vorteil: Weniger Masse bedeutet weniger Wucht bei Steinkontakt. Die Klinge klappt leichter weg, die Belastung für Welle und Getriebe bleibt gering.
Nachteil: Weniger Material bedeutet auch weniger Reserve. Was bei einer großen Klinge eine kleine Kerbe wäre, ist bei einer kleinen Klinge ein erheblicher Teil der Schneidkante.
In der Praxis heißt das: Landroid-Klingen reagieren empfindlicher auf einzelne harte Kontakte. Ein Kieselstein im Rasen kann eine Klinge sofort unbrauchbar machen, während sie ohne solche Ereignisse lange sauber schneidet.
Zwei Bauteile, die man nicht verwechseln sollte
Im Handel stehen Klingen und Messerscheiben oft nebeneinander. Sie haben unterschiedliche Aufgaben und völlig unterschiedliche Lebensdauern.
Die Klingen schneiden. Sie sind Verbrauchsmaterial und werden nach Verschleiß getauscht – Hersteller nennen Spannen von ein bis drei Monaten.
Die Messerscheibe trägt die Klingen und dreht sich. Sie schneidet nicht und verschleißt dementsprechend langsam. Bei normalem Betrieb hält sie ein bis zwei Jahre, oft deutlich länger. Getauscht wird sie nach einem Aufprall, bei Rissen, bei Verzug oder wenn die Bohrungen ausgeschlagen sind.
Wer im Rhythmus der Klingen auch die Scheibe ersetzt, kauft regelmäßig ein Bauteil, das noch funktioniert.
Der Wechsel
- Landroid ausschalten und vom Strom trennen. Pausieren in der App reicht nicht.
- Auf eine weiche Unterlage legen. Bei den Vision-Modellen sitzt die Kamera oben – eine Decke oder Pappe verhindert Kratzer auf der Linse.
- Handschuhe. Kleine Klingen sind nicht weniger scharf, nur schwerer zu greifen.
- Unterseite reinigen. Bürste und Holzspatel, kein Hochdruckreiniger. Wasser unter Druck erreicht die Lager.
- Alle Klingen lösen und zählen. Die abgenommene Menge muss zur Bestückung passen.
- Neue Klingen setzen, eine pro Position.
- Handfest anziehen. Die Klinge muss frei pendeln – das ist der Überlastschutz.
- Teller von Hand drehen und auf gleichmäßigen Lauf prüfen.
Bei den kleinen Landroid-Klingen lohnt eine Pinzette oder Spitzzange beim Einsetzen – mit Handschuhen sind sie schwer zu halten.
Der Fehler, der Unwucht erzeugt
Beim Abschrauben bleibt eine alte Klinge an der Schraube hängen, die neue kommt darüber. An dieser Position sitzen dann zwei. Husqvarna beschreibt diesen Fall in der eigenen Fehlersuche als häufige Ursache für ein summendes Geräusch – die Mechanik ist bei Worx dieselbe.
Die Folge: umlaufende Fliehkraftdifferenz, Vibration in der Motorwelle, langfristig Lagerschaden.
Prüfen Sie deshalb nach dem Abschrauben, ob die Anzahl der abgenommenen Klingen stimmt, bevor Sie die neuen setzen.
Warum der komplette Satz gewechselt wird
Eine frische Klinge wiegt mehr als eine, die Wochen im Sand gelaufen ist. Auf einer Scheibe mit mehreren tausend Umdrehungen pro Minute reicht dieser Unterschied für spürbare Vibration.
Das gilt bei kleinen Klingen genauso wie bei großen – prozentual sogar stärker, weil die absolute Masse geringer ist und Abweichungen relativ mehr ausmachen.
Wechselintervall bei Landroid
Die Herstellerspanne von ein bis drei Monaten gilt auch hier als Rahmen. Die tatsächliche Standzeit hängt an vier Dingen:
| Faktor | Wirkung |
|---|---|
| Sandiger Boden | halbiert die Standzeit |
| Steine, Kies im Rasen | können eine Klinge sofort zerstören |
| Zu niedrige Schnitthöhe | Klinge streift Boden, starker Verschleiß |
| Große Fläche, Dauerbetrieb | mehr Mähstunden, kürzeres Intervall |
Landroid-Modelle arbeiten oft mit AIA-Navigation und fahren in unregelmäßigen Bahnen. Dadurch verteilt sich der Verschleiß gleichmäßiger über die Fläche als bei Robotern mit festen Bahnen – das ändert aber nichts an der Gesamtbelastung.
Woran Sie sehen, dass es Zeit ist
Zwei Tage nach dem Mähen einen Halm ansehen. Glatte Kante bedeutet scharf. Ausgefranst und hell verfärbt bedeutet stumpf.
Der Grund für die Wartezeit: Eine gerissene Faser hat eine viel größere Wundfläche als eine geschnittene. Sie trocknet aus, das Gewebe stirbt ab und verfärbt sich – aber das dauert einen Tag oder zwei.
Bei den kleinen Landroid-Klingen ist dieser Test besonders nützlich, weil man an der Klinge selbst kaum etwas erkennt.
Kontrolle der Scheibe beim Wechsel
Die Unterseite ist beim Klingenwechsel ohnehin offen – nutzen Sie die Gelegenheit:
- Scheibe abnehmen und auf eine ebene Fläche legen: Liegt sie plan auf?
- Rand und Schraubaufnahmen auf Risse absuchen.
- Bohrungen: rund oder schon oval ausgeschlagen?
- Greift jede Schraube sauber?
Bei Kunststoffscheiben weiten sich die Bohrungen über die Jahre. Hat eine Klinge zu viel Spiel, schlägt sie beim Drehen und erzeugt zusätzlichen Verschleiß.
Häufige Fragen
Passen Klingen vom M500 auf die Vision-Modelle?
Nicht automatisch. Prüfen Sie die genaue Modellbezeichnung. Innerhalb der Landroid-Familie gibt es unterschiedliche Scheibengrößen und Bohrungsabstände.
Warum sind die Worx-Klingen so klein?
Konstruktionsentscheidung. Kleine, leichte Klingen erzeugen bei Fremdkörperkontakt weniger Wucht und schonen den Antrieb. Der Preis dafür ist geringere Materialreserve pro Klinge.
Mein Landroid brummt nach dem Wechsel.
Prüfen Sie zuerst, ob an einer Position zwei Klingen sitzen oder ob alte mit neuen gemischt wurden. Beides erzeugt Unwucht. Danach: Grasreste unter dem Teller, Beweglichkeit jeder Klinge.
Kann ich die Klingen einzeln nachkaufen?
Technisch ja, sinnvoll nein. Ein Satz mit gleichem Verschleißzustand läuft ruhig. Eine neue Klinge zwischen abgenutzten erzeugt Vibration.
Wie erkenne ich, ob die Messerscheibe hin ist?
Auf eine ebene Fläche legen – wackelt sie, ist sie verzogen. Risse zeigen sich meist am Rand oder an einer Schraubaufnahme. Ovale statt runde Bohrungen bedeuten ausgeschlagenes Material.
Muss ich die Klingen vor dem Winter wechseln?
Nicht zwingend. Sinnvoll ist es, den Roboter vor der Einlagerung zu reinigen, damit kein feuchtes Gras monatelang an Metall haftet. Wer ohnehin bald wechseln müsste, macht es vor der Pause – dann startet die Saison mit scharfen Klingen.

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